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Entscheidung

6 StR 270/20

Bundesgerichtshof, Entscheidung vom

StrafrechtBundesgerichtECLI:DE:BGH:2020:081020B6STR270
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Entscheidungsgründe
ECLI:DE:BGH:2020:081020B6STR270.20.0 BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS 6 StR 270/20 vom 8. Oktober 2020 in der Strafsache gegen wegen schwerer Vergewaltigung - 2 - Der 6. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 8. Oktober 2020 gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO beschlossen: Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landge- richts Frankfurt an der Oder vom 27. April 2020 aufgehoben, so- weit eine Entscheidung über eine Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt unterblieben ist. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen. Die weitergehende Revision wird als unbegründet verworfen. Gründe: Das Landgericht hat nicht geprüft, ob gegen den Angeklagten die Unter- bringung in einer Entziehungsanstalt (§ 64 StGB) anzuordnen ist, obwohl auf der Grundlage der Feststellungen hierzu Anlass bestanden hätte. Danach han- delt es sich bei dem Angeklagten um einen lediglich aufgrund der Inhaftierung „trockenen Alkoholiker“. Die Tat hat er in nicht unbeträchtlich alkoholisiertem Zustand verübt, wobei ihm die Strafkammer im Rahmen der Strafzumessung eine alkoholbedingte Enthemmung zugutegehalten hat (UA S. 26) und somit von einer Mitursächlichkeit der Intoxikation für die Begehung der Tat ausge- gangen ist. Dies genügt für die Annahme des sogenannten symptomatischen Zusammenhangs (st. Rspr., vgl. etwa BGH, Beschluss vom 27. August 2019 – 4 StR 330/19 Rn. 14 f. mwN). Ferner ist der Angeklagte wegen Straftaten vor- 1 - 3 - verurteilt, die er gleichfalls alkoholisiert gegenüber früheren Lebensgefährtinnen begangen hat. Da das Vorliegen der übrigen Unterbringungsvoraussetzungen nach den Urteilsgründen nicht von vornherein ausscheidet, muss über die Anordnung der Unterbringung in einer Entziehungsanstalt unter Hinzuziehung eines Sachver- ständigen (§ 246a StPO) neu verhandelt und entschieden werden. Sander König Feilcke Tiemann von Schmettau Vorinstanz: Frankfurt (Oder), LG, 27.04.2020 - 264 Js 668/20 23 KLs 2/20 2