Entscheidung
IX ZR 37/17
Bundesgerichtshof, Entscheidung vom
ZivilrechtBundesgerichtECLI:DE:BGH:2018:220218BIXZR37
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Entscheidungsgründe
ECLI:DE:BGH:2018:220218BIXZR37.17.0 BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS IX ZR 37/17 vom 22. Februar 2018 in dem Rechtsstreit - 2 - Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser, die Richterin Lohmann, den Richter Prof. Dr. Pape, die Richte- rin Möhring und den Richter Meyberg am 22. Februar 2018 beschlossen: Der Antrag der Klägerin auf Berichtigung des Tatbestandes des Urteils des Senats vom 11. Januar 2018 wird zurückgewiesen. Gründe: I. Mit dem beanstandeten Urteil hat der Senat auf die Revision der Beklag- ten das Urteil des 1. Zivilsenats des Hanseatischen Oberlandesgerichts Ham- burg vom 3. Februar 2017 aufgehoben und die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurückverwiesen. Mit Schriftsatz vom 8. Februar 2018 beantragt die Klägerin, den Tatbestand des Urteils des Senats wegen einer offensichtlichen Unrichtigkeit zu korrigieren. Der Tatbestand des Urteils weiche von den Feststellung des angefochte- nen Urteils ab, wenn es in Rn. 2 heiße: "Die Schuldnerin verlangte von der Klägerin eine Freistellung von der Haftung für Transportschäden." 1 2 - 3 - Richtig müsse es nach den Feststellungen des Berufungsgerichts lauten: "Erstmalig mit E-Mail vom 22. Juni 2010 (Anlage B 54) Forderte die Schuldnerin von der Auftraggeberin der Klägerin, der E. , eine Erklärung über die Freistellung der Schuldnerin von deren Haftung für Transportschäden (waiver of recourse). …" Der Beklagte ist dem Antrag auf Tatbestandsberichtigung entgegengetre- ten. II. Der Antrag auf Berichtigung des Tatbestandes ist unzulässig. Der Tatbe- stand eines Revisionsurteils unterliegt grundsätzlich nicht der Tatbestandsbe- richtigung gemäß § 320 ZPO, weil die in ihm enthaltene gekürzte Wiedergabe des Parteivorbringens keine urkundliche Beweiskraft besitzt (vgl. BGH, Urteil vom 27. Juni 1956 - IV ZR 317/55, NJW 1956, 1480; BGH, Beschluss vom 22. Februar 1990 - IX ZR 257/88, BGHR ZPO § 320 Revisionsurteil 1; BGH, Beschluss vom 9. November 1994 - IV ZR 294/03, BGHRZ Nr. 15611 Revisi- onsurteil 2; BGH, Beschluss vom 17. Dezember 1998 - V ZR 224/97, NJW 1999, 796; vom 31. Mai 2016 - VI ZR 139/15, n.v. Rn. 8; Musielak/Voit/ Musielak, ZPO, 14. Aufl., § 320 Rn. 3; BeckOK ZPO/Elzer, Stand: 1.12.2017, ZPO § 314 Rn. 11). Dies gilt auch für die verkürzte Darstellung des Revisions- begehrens. Ausnahmsweise kann etwas anderes gelten, wenn der unrichtige Teil nach einer Zurückverweisung für das weitere Verfahren wie zum Beispiel bei einer in der Revisionsverhandlung abgegebenen Parteierklärung urkundli- che Beweiskraft nach § 314 ZPO hat (vgl. nur BGH, Beschluss vom 9. Novem- 3 4 5 - 4 - ber 1994 - IV ZR 294/93, BGHRZ Nr. 15611 Revisionsurteil 2 mwN). Ein sol- cher Ausnahmefall liegt hier nicht vor. Kayser Lohmann Pape Möhring Meyberg Vorinstanzen: LG Hamburg, Entscheidung vom 14.03.2014 - 325 O 81/12 - OLG Hamburg, Entscheidung vom 03.02.2017 - 1 U 68/14 -